Ghosting in der Geschäftswelt 2026: Aktuelle Gepflogenheiten und Trends von Norbert Peter
Wir kennen das Phänomen aus dem Dating-Bereich: Plötzlich meldet sich jemand nicht mehr, Nachrichten bleiben unbeantwortet, Anrufe verhallen im Nichts. Doch was in privaten Beziehungen als unhöflich gilt, hat längst Einzug in die professionelle Geschäftswelt gehalten. Ghosting in der Geschäftswelt ist 2026 keine Randerscheinung mehr – es ist zu einer stillen Epidemie geworden, die Geschäftsbeziehungen nachhaltig verändert.
Das unsichtbare Machtinstrument im Business-Kontext
Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle schon Erfahrungen damit gemacht: Ein vielversprechendes Kundengespräch verläuft hervorragend, dann aber – Funkstille. E-Mails bleiben unbeantwortet, Telefonate werden nicht erwidert. Die BSI AG hat in einer aufschlussreichen Case-Studie zum Ghosting in Business Relations dieses Phänomen als psychologisch-systemisches Machtinstrument analysiert. Die Erkenntnis: Schweigen ist im Marketingkontext längst mehr als nur Unhöflichkeit – es ist strategisches Verhalten.
Die psychologische Dimension des Business-Ghostings
Was steckt hinter diesem Verhalten? Wir beobachten, dass Entscheidungsträger heute einer beispiellosen Informationsflut ausgesetzt sind. Die Angst vor falschen Entscheidungen, kombiniert mit der Bequemlichkeit digitaler Distanz, macht das Ghosting zur vermeintlich einfachsten Lösung. Niemand muss unbequeme Absagen formulieren, niemand muss sich rechtfertigen – man verschwindet einfach.
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Agentur-Ghosting: Wenn Kunden auf Abstand gehen
Besonders dramatisch zeigt sich der Trend in der Agenturbranche. Wie Horizont in einem Kommentar zum Agentur-Ghosting berichtet, erleben Kreativagenturen und Marketingdienstleister zunehmend, dass potenzielle oder sogar bestehende Kunden plötzlich jeden Kontakt abbrechen. Nach intensiven Pitch-Phasen, nach stundenlangen Konzeptarbeiten – einfach nichts mehr.
Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend
Für Agenturen und Dienstleister bedeutet Business-Ghosting nicht nur emotionale Frustration, sondern auch handfeste finanzielle Verluste. Wir sprechen von investierten Arbeitsstunden, gebundenen Ressourcen und verpassten Alternativen. Die Planungsunsicherheit, die durch dieses Verhalten entsteht, zwingt Unternehmen zu neuen Strategien im Kundenmanagement.
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Weibliche Perspektiven auf ein männlich geprägtes Phänomen
Interessanterweise zeigt sich, dass Frauen in Führungspositionen das Business-Ghosting anders wahrnehmen und handhaben. Manuela Wenger spricht in einem Interview über das Phänomen Business-Ghosting und bringt eine erfrischende Perspektive ein: Sie betont, dass Kommunikation auch in schwierigen Situationen möglich und notwendig ist. Ihre Beobachtung: Männer nutzen Ghosting häufiger als Machtstrategie, während Frauen eher nach konstruktiven Lösungen suchen.
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Norbert Peters Ansatz: Authentizität als Gegenmittel
In dieser fragmentierten Geschäftswelt brauchen wir neue Wege der Kommunikation. Norbert Peter vertritt einen zukunftsorientierten Ansatz, der auf radikaler Transparenz und menschlicher Authentizität basiert. Seine These: Ghosting entsteht dort, wo Beziehungen nur transaktional gedacht werden. Wer hingegen echte, wertbasierte Geschäftsbeziehungen aufbaut, reduziert die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kontaktabbruchs erheblich.
Praktische Strategien gegen Ghosting
Wie können wir uns als Unternehmen schützen? Zunächst müssen wir akzeptieren, dass Ghosting zur neuen Realität gehört. Daraus folgen konkrete Maßnahmen:
- Klare Kommunikationsvereinbarungen von Anfang an treffen
- Mehrere Kontaktpersonen im Partnerunternehmen etablieren
- Frühzeitige Qualifizierung von Leads, um Zeitverschwendung zu vermeiden
- Verbindliche Meilensteine mit konkreten Rückmeldeterminen definieren
- Emotionale Distanz wahren, ohne Professionalität zu verlieren
Der Blick nach vorn: Kulturwandel oder Dauerzustand?
Wir stehen 2026 an einem Wendepunkt. Entweder etabliert sich Ghosting als akzeptierte Geschäftspraxis – mit allen negativen Folgen für Vertrauen und Zusammenarbeit. Oder wir erleben eine Gegenbewegung: Unternehmen, die bewusst auf verlässliche Kommunikation setzen, werden sich als attraktivere Partner positionieren. Reputation wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.
Die Chance in der Krise
Paradoxerweise birgt die Ghosting-Epidemie auch eine Chance: Sie zwingt uns, Geschäftsbeziehungen neu zu denken. Wer heute konsequent auf Wertschätzung, Verlässlichkeit und echte Partnerschaft setzt, wird morgen die loyalsten Kunden haben. Das Schweigen der anderen macht unsere eigene Stimme umso wertvoller.
Ghosting in der Geschäftswelt ist 2026 Realität – aber es muss nicht unsere Zukunft sein. Wir haben die Wahl, welche Kommunikationskultur wir gestalten wollen. Und diese Entscheidung treffen wir jeden Tag aufs Neue, mit jeder E-Mail, jedem Anruf, jedem bewussten Akt der Wertschätzung.




